Düstere Atmosphärik zwischen Fantasie und Realität - "Der Schimmelreiter", ein literarischer Klassiker in faszinierender Bildgewalt
Nebel wabert über das scheinbar von Kohlestiften gänzlich grau gezeichnete Wasser, dichte Wellen schlagen gegen den Deich und rütteln - gierend nach Ausdehnung und Macht - an dem von Menschenhand gebauten Wall und zwischen dem kahlen Geäst am Meeresufer tanzen düstere Schatten. Ein gespenstisches Geheul des Windes brandet auf, eine Krähe krächzt mit der schaurigen Melodie des Sturms um die Wette und zwischen den jammernden Akkorden der Gezeiten liegt eine durchdringende, ja durch und durch unheimliche Stille über dem kargen Land. Scheinbar verlassen liegt das weite Meer da - doch manchmal trügt der Schein der Einsamkeit mehr als es die prahlerischen Gespräche in großer Runde vermögen, denn hinter dem Vorhang der vermeintlichen Abgeschiedenheit bäumt sich ein dunkles Mysterium zu seiner vollen Größe auf. Manche sagen, es sei ein Verwirrspiel der Sinne; manche behaupten, es sei ein gespenstisches Wesen. Fest steht, es hat erschreckende Ähnlichkeit mit einem Pferd - weiß wie der Schnee un...