Im theatralen Angesicht düsterer Geheimnisse - "Der Da Vinci Code", eine atmosphärische Bühnenumsetzung in eindrucksvoller Visualität
Die Dunkelheit senkt sich über Paris. Während die Lichter einer belebten Stadt nach und nach erlöschen und sich die Ruhe und Geborgenheit der Nacht über die friedlich schlummernden Häuser legt, tobt im Inneren des Louvre ein stummer und damit umso gefährlicherer Sturm. Der diffuse Duft des Rätselhaften liegt in der Luft. Scheinbar verlassen liegen die Gänge des bei Tage so von Lebendigkeit erfüllten Museums dar, und doch spürst du ihn in der Ferne - den bassartig hämmernden Herzschlag eines Fremden. Am Rande deines Blickfeldes leuchten fremdartige Symbole auf und vollführen einen merkwürdigen Tanz der Verschwiegenheit, aber du bekommst sie einfach nicht zu fassen. Im Hintergrund vernimmst du das verheißungsvolle Rascheln alter Schriften, die als Einzige von jenen Geheimnissen künden, welche die gesamte Menschheitsgeschichte neu zu erzählen wissen. Verborgen im schützenden Dunkel der Nacht wird einzig und allein die Mona Lisa Zeugin dunkler Machenschaften und versteckter Botschaften mit doppeltem Boden. Hiermit beginnt er, ein Wettlauf gegen die Zeit, der vom bedrohlichen Ticken des Sekundenzeigers begleitet wird, welcher die Symphonie von Hoffen und Bangen mit stoischer Gelassenheit und Hartnäckigkeit spielt und dich in eine Welt der Illusion katapultiert.
"ShowSlot" steht für ausdrucksstarke Tourproduktionen, die dem theaterbegeisterten Publikum immer wieder aufs Neue große Geschichten und bekannte Stoffe in neuem Gewand präsentieren. Mit der theatralen Umsetzung des Bestsellers "Der Da Vinci Code - Sakrileg" aus der Feder des allseits gefeierten Erfolgsautoren Dan Brown wagt sich die Produktionsfirma in diesem Jahr an eine besondere künstlerische Herausforderung und konfrontiert das Publikum in aller Plastizität des Live-Entertainments mit einem fesselnden Thriller, der so manche Überraschung für Jung und Alt bereithält.
Der "Da Vinci Code" entführt das Publikum auf eine abenteuerliche Reise in eine Welt zwischen Geheimnissen, Intrigen und dunklen Mächten, in der Rätsel als Sprache fungieren. Die Produktion erzählt die packende Geschichte rund um eine unerbittliche Jagd nach der Wahrheit, die die Grundfesten der Menschheitsgeschichte in all ihrer Größe und Wucht zu erschüttern vermag. Eines Nachts findet sich der bekannte Harvard-Professor Robert Langdon in den beeindruckenden Hallen des Pariser Louvre wieder. Doch er ist keineswegs allein, nein, zu seinen Füßen liegt die kaltblütig ermordete Leiche eines Mannes, die rätselhafte Symbole auf der Brust trägt. Vor ihm stehen Chefkurator Jacques Saunière und sein Team, die sich zunächst nur für Roberts Expertise mit Blick auf die Encodierung der am Tatort vorgefundenen Symbole zu interessieren scheinen, doch eigentlich ganz andere Interessen hinter ihren professionell gestellten Fragen formulieren. Schnell muss der rätselliebende Professor erkennen, dass er nicht nur mitten in eine die Stadt in Atem haltende Mordserie gestolpert ist, sondern zudem auch noch als Hauptverdächtiger auserkoren wurde, der mit einem Bein bereits im Gefängnis steht. Ihm bleibt nur die Flucht, die er gemeinsam mit der Kryptologin Sophie Neveu antritt, die von Roberts Unschuld überzeugt ist und in ihm jene Person zu erkennen glaubt, die dabei helfen kann, das große Mysterium rund um geheimnisvolle Botschaften, rätselhafte Symbole und sprachliche Doppeldeutigkeiten aufzuklären und die Dunkelheit des Undurchschaubaren mit dem Licht der Erkenntnis zu erhellen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der das aus der Not geborene Ermittlerpaar an die Grenzen der Vorstellungskraft führt und sie in einen Strudel der sich überschlagenden Ereignisse eintauchen lässt, die existenzielle Fragen aufwerfen und sicher geglaubte Strukturen zerfallen lassen.
In der Rolle des Protagonisten "Robert Langdon" steht Hannes Levianto an der Spitze des theatralen Arrangements, dem es mit seiner nuancierten Darbietung mehr als grandios gelingt, die Geschichte in all ihrer Komplexität und Tiefe über den Abend hinweg zu tragen und das Publikum im Rahmen dessen mit einer Figur bekannt zu machen, die Verstand und Gefühl als sich gegenseitig stützende Dimensionen in einer charakterstarken Melange zu vereinen weiß. Mit sichtlicher Freude, die durchweg ansteckend wirkt, sowie spielerischer Virtuosität kreiert der Künstler eine facettenreiche Figurenzeichnung, die die Ingeniosität des belesenen Harvard-Professors ebenso wie die Sensibilität eines aufgeklärten und dabei doch keineswegs abgeklärten Mannes miteinander zu verweben mag. Diese für den Protagonisten so charakteristische Dualität spiegelt sich insbesondere in Roberts Blick auf die Welt wider, der den religiösen Glauben und die vernunftgeleitete Wissenschaft nicht als Gegenspieler im Kampf um Verifikation versteht, sondern beide eigentlich so gegensätzlich erscheinenden Ebenen als Grundgerüst einer multidimensionalen Erkenntnisperspektive annimmt. Charismatisch führt Hannes Levianto durch die Geschichte und koloriert in spielerischer Vortrefflichkeit eine rundum überzeugende figurale Interpretation. Dabei weiß der Darsteller die kleinen vermeintlichen "Schwächen" der Figur, wie die immer wieder hevorblitzenden klaustrophobischen Züge und den Hang zu ausschweifenden Detailvorträgen, charmant auszuspielen und so einen hoch authentischen, nahbaren Charakter voller Begeisterungsfähigkeit und Eifer zu kreiern.
Helena Charlotte Sigal begeistert in der Rolle der "Sophie Neveu" mit ihrer grandiosen Schauspielkunst und mimt die Kryptologin mit spielerischer Souveränität wie Finesse. Über den Abend hinweg weiß sich die Künstlerin vortrefflich ihres darstellerischen Handwerks zu bedienen, um einer starken Frauenfigur an Kontur zu verleihen. Besondere Brillanz gewinnt die Darbietung dabei nicht nur dank der spielerischen Versiertheit, die es der Künstlerin ermöglicht, sich mühelos ihrer technischen Register zu bedienen und Mimik wie Gestik hervorragend als Spiegelbild des inneren Erlebens der Figur einzusetzen, sondern auch und insbesondere durch eine außergewöhnliche Ausstrahlung auf der Bühne. Mit unglaublicher Präsenz und Strahlkraft haucht die Schauspielerin der Protagonistin über den Abend hinweg Leben ein, gewinnt dank ihrer enormen künstlerischen Energie und Leichtigkeit in Windeseile die Herzen der Zuschauer und kreiert feinsinnig eine charakterstarke Bühnenfigur, die sich ihres Scharfsinns auch in scheinbar ausweglos verworrenen Situationen zu bedienen weiß. Neugierig, tatkräftig und hochgradig emanzipiert kommt die künstlerisch farbenfroh kolorierte Interpretation der Sophie Neveu daher. Doch bei all der Dynamik und Spritzigkeit gelingt es der Künstlerin dennoch zugleich meisterhaft, die hin und wieder hinter einem kessen Spruch verborgene Sensibilität der Figur im Blick zu behalten und den emotionalen Sturm spielerisch transparent zu machen, der im Angesicht der tragischen Ereignisse rund um ihren Großvater in Sophies Innerem tobt.
Silvio Römer verkörpert die Rolle des dogmatisch seinen Glaubensweg verfolgenden "Silas" hoch authentisch und stellt im Rahmen eines Engagements, das den Darsteller physisch wie psychisch auf allen Ebenen der Schauspielkunst fordert, seine beeindruckende darstellerische Kraft und Präzision unter Beweis. Ausdrucksstark mimt der Künstler den der Ideologie irdischer Prüfungen verfallenen Anhänger einer Sekte, die die selbstzerstörerischen Tendenzen ihrer Mitglieder hervorzukitzeln versucht und auf manipulative Art den Glauben an höhere Mächte in den Mittelpunkt infamer Pläne rückt. Fanatisch sucht Silas sein Seelenheil nicht im Irdischen, sondern wendet sich vielmehr als sterblicher Diener der Macht des Transzendenten zu, für deren Anerkennung er bereit ist, Grenzen zu überschreiten und notfalls auch im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen zu gehen. Silvio reichert seine Interpretation mit einer solch bemerkenswerten künstlerischen Tiefe an, dass der Theaterbesucher sich mit einem ganz individuell geschliffenen figuralen Habitus konfrontiert sieht, deren Züge abstoßend, ja geradezu verstörend wirken. Der Künstler zeichnet hierbei jedoch keinen plakativ "bösen" Charakter, der sich in einer Eindimensionalität auf seine Niedertracht reduzieren lässt, ganz im Gegenteil. Silvio arbeitet in darstellerischer Feinarbeit insbesondere die verletzlichen Züge der Figur heraus und erweckt eine mit sich selbst sowie der Welt hadernde, unsichere Person, deren Zweifel sie erst in die Arme von "Opus Dei" und damit in ein Netz perfider Lügen treiben. Gekonnt stellt Silvio den in dem Mann tosenden emotionalen Sturm spielerisch heraus und akzentuiert unter besonderer Berücksichtigung der Spielebenen von Mimik, Gestik und Intonation die Empfindungen eines innerlich Zerbrochenen, der sich auf der Suche nach seinem persönlichen Platz zwischen Himmel und Erde befindet.
Cusch Jung begeistert mit seiner Doppelrolle, die es dem Darsteller ermöglicht, über den Abend hinweg seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und das Publikum mit zwei gänzlich verschiedenen Persönlichkeiten bekannt zu machen. So taucht der Künstler im Rahmen strukturell sinnvoll eingebetteter Analepsen in die Rolle von Sophies Großvater "Jacques Saunière" ein und präsentiert sich dem Publikum als geheimnisvoller Mann, den jedoch eine warme, gütige Aura umgibt. Obwohl die Figur nur blitzlichtartig für kurze Augenblicke auftaucht, gelingt es dem Schauspieler hier bereits, sein Charisma auf der Bühne zu versprühen. Bedeutsamer für das große künstlerische Bild, das Cusch Jung an diesem Abend zeichnet, gestaltet sich jedoch sicherlich seine nuancierte Darstellung des exzentrischen, beinahe etwas kauzig anmutenden Professors "Leigh Teabing", die von einer beeindruckenden Kombination handwerklicher Fähigkeiten und spielerischen Geschicks zeugt. Pointiert kreiert Cusch Jung einen kernigen Charakter, der sich in seiner Euphorie für düstere Rätsel und versteckte Botschaften zu überschlagen scheint. Mit einer bemerkenswerten Ausstrahlung sowie großer Präzision verleiht der Künstler seiner Figur Kontur und schenkt ihr dabei einen ganz individuellen Habitus, der physische Merkmale mit charakterlichen Dimensionen zu vereinen vermag.
Die Produktion weist eine sehr dichte Erzählstruktur auf, vor deren Hintergrund sich unterschiedliche Handlungsstränge parallel entfalten und schließlich ihre Vereinigung in einem narrativen Netz der Multiperspektivität erfahren. So taucht der Zuschauer bereits frühzeitig in unterschiedliche figurale Perspektiven ein und folgt verschiedenen Spuren, die letztlich zu einem dramatischen Klimax der Ereignisse führen. Dabei offenbart sich die große Erzählkunst eines narrativ schlüssig durchdachten Gesamtwerks, die es in all ihrer Finesse erlaubt, zu Beginn der Geschichte Fäden zu spinnen, über den Handlungsverlauf hinweg immer wieder neue Abzweigungen zu offenbaren, welche sich hin und wieder auch als Sackgasse entpuppen, und schlussendlich alle losen Fäden fein säuberlich zusammenzuführen. Hin und wieder fungieren die Dialogtexte etwas plakativ als Medium der Informationsgabe, dessen es jedoch angesichts der Dichte der Handlungsverlaufs auch zwingend bedarf, um die Tiefenstrukturen eines rasanten Thrillers voller Nervenkitzel und narrativer Dynamik im Rahmen eines Theatererlebnisses erzählen zu können, welches aufgrund seiner Gattungsspezifika natürlich lediglich begrenzten Raum bietet, die Vorlage eines über 600 Seiten starken Buches auf der Bühne umzusetzen.
Geprägt von der Erzählkraft einer wahrlich episch anmutenden Geschichte, die das geschickte Aufspannen eines sich in der inhaltlichen Kohärenz entfaltenden Spannungsbogens mit der Atmosphärik eines düsteren, mystisch angehauchten Erzähltons zu verbinden weiß, verlangt die Darbietung nach der vollen Konzentration des Publikums, das auf der abenteuerlichen Reise mit Robert Langdon Aufmerksamkeit bis zur letzten Minute walten lassen muss, um dem durchdachten Thriller folgen zu können. Gerade dank des unmittelbaren Einstiegs in die Geschichte, der einem Sprung ins kalte Wasser gleicht, fällt es zu Beginn der Vorstellung gar nicht so leicht, sich einen Überblick über die Symbiose unterschiedlicher Handlungsstränge zu verschaffen und die Vielschichtigkeit zu durchdringen, die sich jedoch über den Abend hinweg als Garant für eine schnell aufflammende Faszination des Publikums entpuppen soll.
In der Bühnenumsetzung vertraut das Kreativteam jedoch nicht nur auf die starke Buchvorlage Dan Browns, sondern unterfüttert die ohnehin bereits atmosphärisch aufgeladene Erzählung mit stimmungsvollen Melodien und musikalischen Elementen, die den für viele Szenen so prägenden düsteren und bedrohlichen Grundcharakter der Geschehnisse unterstreichen. Das Sounddesign greift die geheimnisvolle Atmosphärik der Geschichte in seiner durchdachten Komposition hervorragend und webt so einen Klangteppich, der es dem narrativen Schiff bildlich gesprochen sehr leicht macht, über die tragenden Wellen fein geschliffener Melodien und durchdringender Akzente zu segeln. Durchdringende Geräusche, elektronisch verzerrte Klänge sowie sakrale Melodien vereinen sich in einer atmosphärischen Soundkulisse, die so manches Mal als Bote einer unheilvollen Kunde fungiert und der Produktion in ihrer klanglichen Expression eine bemerkenswerte Dynamik verleiht.
Fundamental für das Erfolgsrezept der inszenatorischen Umsetzung gestaltet sich sicherlich das eindrucksvolle Bühnenbild von Adam Nee, das mit der Wirkungskraft visueller Akzente spielt und dem Publikum in seinem Ideenreichtum die Tür zu einer Welt zwischen Realität und Illusion öffnet. Bei der Konstruktion des Bühnendesigns ist es gelungen, Funktionalität und Wirkungskraft in einer Kulisse zu verbinden, die über die gesamte Vorstellung hinweg eigentlich gar keine große Wandlung durchlebt und dennoch in der Arbeit mit clever arrangierten Details eine große Variabilität aufweist. Umrahmt wird die Darbietung von einem dauerhaft präsenten Grundgerüst, das je nach Schauplatz dicke Kirchenmauern, von Bücherregalen verborgene Wände eines Wohnhauses oder auch den beeindruckenden Bau des Louvre abbildet. Zahlreiche Fenster und Torbögen reihen sich im Hintergrund aneinander, die jedoch nicht nur eine Plastizität des jeweils gezeigten Handlungsortes fördern, sondern hervorragend als Mittel der doppelten Spielebene genutzt werden können. Ergänzt wird der Kulissenhorizont um kleine, die jeweilige Szenerie kennzeichnende Requisiten, welche die schnellen Ortswechsel als additive Elemente unterstützen. In rasender Geschwindigkeit wird das Publikum so von einem Ort des Geschehens zum nächsten katapultiert - gerade noch mitten in den großen Kulturstätten Frankreichs und gleich darauf schon auf dem Sitz eines Privatjets erleben die Theaterbesucher eine temporeiche Reise quer durch Europa und erkunden verlassene Schauplätze.
Die Bühnengestaltung bedient sich in ihren Grundzügen eines recht statisch gehaltenen Fundaments vordergründig einer gestalterischen Simplizität, die jedoch so kreativ umgesetzt wird, dass auf der Bühne regelmäßig imposante Bilder entstehen.
Das Herzstück der eindrucksvollen Optik stellt jedoch ohne Frage das hier dargebotene beeindruckende Spiel mit einem ausgeklügelten Konzept der Lichttechnik sowie einem brillant ausgestalteten Videodesign dar, welches sich in einem fulminanten Konglomerat mit der Soundkulisse verwebt und dabei die düstere, teils geradezu bedrückende Atmosphäre bestens einzufangen und auf akustisch wie visuell kraftvolle Art das stimmungsgewaltige Konzentrat eines packenden Thrillers zu unterstreichen weiß. Die Projektionen von Medime Dereby verleihen der visuellen Umsetzung - gepaart mit den effektvollen Lichteffekten Jack Weirs - einen besonderen modernen Twist und kreiern in ihrer Komposition Momente der Illusion. Der Herausforderung, all die rätselhaften Symbole und Codes, die es für die Teilhabe an der Entschlüsselung so manchen Geheimnisses benötigt, wurde hier mit kreativem Scharfsinn und einem geschulten Blick für effektvolle Bühnenarrangements begegnet. Spätestens in jenen Momenten, in denen sich mysteriöse Schriftzeichen erheben, in einem Sturm aus Symbolen über die Bühne schweben und den Zuschauer mit einem gewaltigen Wirbelsturm der Illusion konfrontieren, bleibt dem staunenden Theaterbesucher der Mund offen stehen. Nicht selten werden dabei die Künstlerinnen und Künstler in ihren düsteren Mönchskutten zur Projektionsfläche und agieren entsprechend als lebendige Dimension eines immersiven Theatererlebnisses.
Dem Produktionsteam ist es im Spiel mit kreativen Unsetzungsmöglichkeiten und doppelten Ebenen hervorragend gelungen, die Komplexität der Geschichte theatral zu verarbeiten und die klugen erzählerischen Kniffs Dan Browns einfallsreich auf den Brettern, die die Welt bedeuten, abzubilden. Regisseur Christoph Drewitz beweist - wie sollte es bei diesem Ausnahmekünstler auch anders sein - mit seiner theatralen Darbietung des "Da Vinci Code" wieder einmal große Souveränität in der Regieführung sowie einen scharfen Blick für die adaptive Umsetzung von narrativen Details auf der Bühne und offeriert dem Publikum ein gleichermaßen unterhaltsames wie anspruchsvolles Theatererlebnis, das in seinem bildstarken Arrangement mit der Vorstellungskraft der Theaterbesucher spielt. Dabei weist die Produktion einen cineastisch geprägten Grundcharakter auf, der den Zuschauer geradewegs in eine aus Geheimnissen, Intrigen und Rätseln konstituierte Welt katapultiert, vor deren Hintergrund ein dunkler Mystizismus an Kontur gewinnt. In ihrer einzigartigen Atmosphärik weckt die Show gleichermaßen die Faszination von Dan Brown-Fans sowie von "Einsteigern", die die Erzählkraft des epischen Thrillers erst im Angesicht des theatralen Spektakels kennenlernen und entführt das theaterbegeisterte Publikum auf eine abenteuerliche Reise, auf deren Weg kryptische Rätsel und verschlüsselte Botschaften zur Sprache dunkler Geheimnisse werden.
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